Unser Ambergau verändert sich

Bürgerverein informierte zu Windkraftanlagen und ARC-Autohof

      

Unser Ambergau verändert sich – in welche Richtung geht es?

Darüber informierte der Bürgerverein Bockenem von 1893 e.V. in einer gut besuchten Veranstaltung.

Noch in diesem Jahr ist der Ratsbeschluss zur Ausweisung eines Vorranggebietes zur Erzeugung von Windenergie im Bereich Königsturm zu erwarten, wobei es hauptsächlich um die Größe des Gebietes und damit um die Anzahl der Windkraftanlagen geht. Vertreter der großen Ratsfraktionen, sowie der Verwaltung waren leider nicht vor Ort. Lediglich die UWG war vertreten. Dies wurde im Verlauf des Abends von mehreren Seiten bemängelt, denn die politischen Parteien, die letztendlich entscheiden, hätten schon die Pflicht den Bürgern ihre Argumente für oder gegen eine Entscheidung zu erläutern.

Rolf Richter, als Sprecher der Bürgerinitiative "Keine Windkraft im Ambergau" erinnerte daran, dass sich der Rat schon 2013 gegen eine Fläche zwischen Bockenem und Bornum ausgesprochen hatte. Die SPD habe sich im letzten Kommunalwahlkampf sogar sehr deutlich positioniert und zu einer speziellen Wanderung mit dem Titel "Freie Sicht auf den Königsturm" eingeladen.
Inzwischen zeichne es sich jedoch ab, dass sich eine breite Mehrheit im Rat der Stadt, mit Ausnahme der Gruppe UWG/Die Grünen, für die von der Verwaltung vorgeschlagene, große Fläche aussprechen wird. Und dies, obwohl der Landkreis im übergeordneten Regionalen Raumordnungsprogramm klare Vorgaben zur Größe eines Gebietes für den Bereich Königsturm gemacht habe. Warum der Rat jetzt ein wesentlich größeres Gebiet als vom Landkreis gefordert ausweisen will, sei nicht nachvollziehbar.
Weiterhin würde im Landkreis für Sondergebiete für Windkraftanlagen überall ein Sicherheitsabstand von mindestens 150 m zu öffentlichen Straßen ausgewiesen. Der Windkrafterlass des Landes Niedersachsen sähe einen sogar noch größeren Abstand vor. Errechnet aus Nabenhöhe und Rotordurchmesser wären es sogar 300 m Sicherheitsabstand zu Straßen.
Die Stadt Bockenem verzichtet in ihren Planungen auf diese Sicherheit und plane nur 40 m Schutzabstand zur Straße ein. Das zu Gunsten der Möglichkeit das Gebiet zu vergrößern und Windräder zukünftig auf beiden Seiten der Kreisstraße Bockenem - Ortshausen errichten zu können. Dies sei zwar baurechtlich möglich, aber angesichts des Gefahrenpotentials durch Eisabwurf oder Störungen am Windrad bedenklich. Andere Kommunen würden ihre Bürger durch größere Abstände besser schützen.
Auch die Gefährdung seltener Vögel, wie der akut gefährdete Rot Milan und der Schwarzstorch würden kaum beachtet. Obwohl es eine Vielzahl von Sichtungen gibt, würde das entsprechende Gutachten nicht auf den neuesten Stand gebracht.


Wie es aktuell um die Errichtung eines Auto Reise Centers an der A7 bei Mahlum steht, wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden des Bürgervereins, Siegfried Berner, erläutert.
Er erinnerte daran, dass ein Projektplaner vor einem Jahr im Rat der Stadt eine sehr detaillierte Zeichnung für einen Autohof vorgestellt hatte. Der Rat der Stadt habe daraufhin die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Dieser Bebauungsplan liegt seit geraumer Zeit vor und wurde noch im letzten Jahr öffentlich ausgelegt. Ein Flächennutzungsplan fehle noch immer. Anhand einer Matrix zeigte Berner noch einmal die Vor- und die Nachteile des Projektes auf.

Interessant sei dabei, dass der Investor in unterschiedlichsten Regionen Deutschlands, fast immer im Bereich schon bestehender Autohöfe, sein ARC Projekt mit den immer gleichen Textbausteinen vorgestellt habe. Mittlerweile seien es mehr als zehn Gesellschaften, die als GmbH & Co. KG mit einem Stammkapital von nur 25.000 € gegründet worden sind, und viele Autohöfe, verteilt auf ganz Deutschland bauen wollen. Dazu sollte man wissen, dass für den Bau eines Autohofes von einem Kapitalbedarf in Höhe von 15 bis 20 Millionen Euro ausgegangen wird. Obwohl seit nunmehr fünf Jahren immer wieder neu vorgestellt, wurde in Deutschland bisher noch kein ARC-Autohof gebaut.
Wie auch beim Thema Windkraft, kamen von den Teilnehmern mehrheitlich kritische Stimmen zu den anstehenden Planungen. Es gab aber auch Stimmen, die anmahnten, dass sich Bockenem den Herausforderungen der Zukunft stellen müsse.

Der Vereinsvorsitzende, Hans Jochen Martini machte in seinem Schlusswort noch einmal klar, dass der Bürgerverein unter dem Motto:

Meinungen hören - Meinung bilden - Meinung sagen",

auch zukünftig für einen sachlichen Dialog der Bürger im Ambergau stehe.
 

Seesener Beobachter   von  Manfred Klaube

 

Mitgliederversammlung 2019


Bericht von Michael Vollmer        Hildesheimer Allgemeine Zeitung      vom 3. Dezember 2018

   
Berichte zum Jubiläum des Vereins  

finden Sie hier >>>

 

Der Vorsitzende des Bürgervereins Hans Jochen Martini begrüßt Mitglieder und Ehrengäste

Bürgermeister Rainer Block bedankt sich beim Bürgerverein für sein Engagement zum Wohle der Stadt Bockenem

 

 

1893   -   2018

Der Bürgerverein Bockenem von 1893 e.V. feiert sein 125-jähriges Bestehen

 Machen Sie mit!        Packen auch Sie mit an!       Wir freuen uns auf Sie. 

  >>  zur Beitrittserklärung   (Jahresbeitrag nur 12,- Euro)


Der Bürgerverein saniert die Reformationsglocke auf dem Buchholzmarkt.

Im Jahr 1995 stiftete der Bürgerverein, gemeinsam mit der Lehrwerkstatt der Harzer Apparate Werke,

den Glockenstuhl für die Reformationsglocke an der Sitzmulde des Buchholzmarktes.

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Vereins, hatte der Vorstand des Bürgervereins hatte jetzt beschlossen,

der Glocke und dem Glockenstuhl einen neuen Anstrich zu geben.

Die notwendigen Arbeiten wurden durch Mitglieder des Bürgervereins durchgeführt.

 

   


 

 

Noch liegt Bockenem inmitten einer gewachsenen Kulturlandschaft.... 

Aber schon bald könnte unsere Heimat so aussehen:

Blick vom Feldweg südlich der Feldscheunen von Bockenem kommend.                                       Blick aus Richtung Total Tankstelle Richtung Süd

Der umstrittene Flächennutzungsplan, der die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Errichtung von mindestens sieben Windrädern zwischen Bockenem und Bornum

schaffen soll, wurde bis zum 27. Juni 2018 öffentlich ausgelegt.

Alle Bürger hatten Gelegenheit ihre Bedenken und Einwände während der Auslegungszeit schriftlich im Rathaus Bockenem abzugeben!

Nach unseren Informationen wurde diese Möglichkeit reichlich genutzt. Dabei wurde häufig bemängelt, dass die "Avifaunistischen Untersuchungen"

(welche gefährdeten Vogelarten leben im Planungsbereich?) inzwischen überholt sind und nicht zu den realen Verhältnissen passen.

Etliche Bürger haben hier inzwischen Bewegungen des Rotmilans und des Schwarzstorches beobachtet...

Würde dieser Flächennutzungsplan am Ende des Verfahrens so verabschiedet und umgesetzt, könnten sich Spaziergänger (mit und ohne Hund) demnächst über eine "abwechslungsreiche" Landschaft "freuen".